TypeManufactur

Satzschriften von Georg Salden


RollsRolls



Rolls gehört zur Eurostil-Linie, die in den sechziger Jahren Aldo Novarese schuf. Alle eigentlich runden Buchstaben-Teile sind hier zu Geraden mit kurzen Eckkurven umgeformt worden. Sie gewinnen dadurch innen an Offenheit. Außen reiht sich aber Senkrechte an Senkrechte, was schon bei gebrochenen Schriften des Mittelalters schön ornamental und wenig lesefreundlich ankam. Bei der Rolls wurde mit Serifen anstelle von Eckkurven einigen Buchstaben mehr Eindeutigkeit gegeben. Sie gleicht eher einer Halb-Sanserif und ist sehr eng gestellt. Ihren Charme entfaltet sie insbesondere mit ihrer gegensätzlich zarten und schwungvollen kursiven Begleitung.



Der Begriff Kursiv kommt von lateinisch »currere« und bedeutet »laufen«. In der Schriftgeschichte war eine im Alltag und Geschäftsverkehr schnell zu schreibende Schrift mit Buchstabenverbindungen gemeint. In der Renaissance sind die aufrechte und die kursive Druckschrift noch zwei völlig unabhängige Schriftarten, die erst in späterer Zeit zu einer »Familie« vereint wurden. Die Kursive spielt seitdem für gewöhnlich die Rolle des (auszeichnenden) Begleiters, stilistisch passend zur Aufrechten. Georg Salden hatte lange Zeit die Idee einer Schriftfamilie mit sehr gegensätzlichen Stilen im Kopf. Die Rolls, sichtlich einer Weiterentwicklung der Carree, besaß zunächst nur aufrechte Schriftschnitte. Erst später fügte Salden eine kalligrafische Kursive hinzu, die einen äußerst spannungsreichen Gegensatz zur geometrischen Aufrechten bildet.





OpenType-Features
Im Gegensatz zu OpenType Basic, die keine Features enthalten, sind OpenType Expert Schriften mit zahlreichen OpenType-Features ausgestattet, die die typographischen Möglichkeiten der Schriften erweitern und von fast allen professionellen Layoutprogrammen unterstützt werden.


Unterschiedliche Ziffernformate
Rolls Expert Schriften enthalten als Basisziffern proportionale gleichhohe Ziffern. Tabellenziffern und mediaevale Ziffern sind über Features anwählbar. Das Leerzeichen misst genau die Hälfte der Tabellenziffernbreite, so dass es im Tabellensatz für Abstände und Leerstellen verwendet werden kann.

Proportionale gleichhohe Ziffern
Ihr Stand zueinander und zu Satzzeichen ist harmonisiert.
Gleichhohe Tabellenziffern
Proportionale mediaevale Ziffern
Ihr Stand zueinander und zu Satzzeichen ist harmonisiert.
Mediaevale Tabellenziffern

Brüche
Durch Schrägstrich getrennte Ziffern werden automatisch durch echte Brüche ersetzt. In Kombination mit ganzen Zahlen wird ein reduzierter Leerraum eingefügt. Zähler und Nenner können auch separat über die entsprechenden Features angewählt werden.


Hochgestellte Ziffern
Reguläre Ziffern werden durch hochgestellte Ziffern ersetzt.


Tiefgestellte Ziffern
Reguläre Ziffern werden durch tiefgestellte Ziffern ersetzt.


Sprachspezifische Features
Automatische Verwendung typografisch korrekter Zeichen. Im Rumänischen wird beispielsweise Cedilla mit Kommaakzent ersetzt. Im Türkischen wird bei der Umwandlung in Kapitälchen das i mit einen Punkt versehen.


Typografische Layout Features können entweder über die Opentype-Palette (Illustrator) oder die Zeichen-Palette (Indesign und QuarkXpress) ausgewählt werden. Alle möglichen Zeichen sind über die Glyphen-Palette erreichbar.