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Satzschriften von Georg Salden


GordonGordon



Gordon kann man als Slabserif bezeichnen. Tatsächlich zeigen sehr frühe Antiquadrucke, die auf leicht feuchtes Bütten gedruckt wurden, ähnlich geringen Balkenkontrast und gerundete Ecken, innen wie außen, auch an den Serifen. Das macht diese Schrift verbindend und wohlerzogen. Der ästhetische Reiz der Gordon entsteht aus der lebendigen Linienführung der Buchstaben. Nie ist diese willkürlich gewählt. Entweder unterstützt sie den harmonischen Schriftausgleich oder das offene Bild der Einzelfiguren. Die kursiven Begleiterinnen sind sehr eigenwillige, fast hand­schriftliche Neuschöpfungen. Gordon bildet gut geschlossene Zeilen auch in den etwas weiter stehenden Kapitälchen. Um die Qualitäten der Gordon wahrzunehmen, scheint der Benutzer ein Gespür für die Schrift zu brauchen.

Georg Salden beschreibt seine Gordon als eine „abgerundete Egyptienne“. Wie die Egyptienne-Schriften des späten 19. Jahrhunderts folgt die Gordon in den Proportionen und im Aufbau der Antiqua klassizistischer Schriften, besonders in der nahezu einheitlichen Breite ihrer Versalien. Das gibt ihr, zusammen mit den abgerundeten Serifenenden, fast das Aussehen von Schreibmaschinen-Schriften. Die ersten Skizzen der Gordon machte Salden mit der Rundfeder. Die endgültige Vorlage in 45 mm Versalhöhe wurde freihändig mit Tusche gezeichnet und mit Pinsel und Deckweiß retuschiert. Die Rundfeder hinterließ einige Spuren in der Gordon, in der Kursiv hat sich jedoch sehr deutlich die handschriftliche Qualität mit der Feder geschriebener Buchstaben erhalten. Die erste Garnitur der Gordon zeichnete Georg Salden bereits 1975 als Headlineschrift und erweiterte sie 1978 zur Familie. Die jetzige Textversion entstand 1983-1986.





OpenType-Features
Im Gegensatz zu OpenType Basic, die keine Features enthalten, sind OpenType Expert Schriften mit zahlreichen OpenType-Features ausgestattet, die die typographischen Möglichkeiten der Schriften erweitern und von fast allen professionellen Layoutprogrammen unterstützt werden.


Unterschiedliche Ziffernformate
Gordon Expert Schriften enthalten als Basisziffern proportionale gleichhohe Ziffern. Tabellenziffern und mediaevale Ziffern sind über Features anwählbar. Das Leerzeichen misst genau die Hälfte der Tabellenziffernbreite, so dass es im Tabellensatz für Abstände und Leerstellen verwendet werden kann.

Proportionale gleichhohe Ziffern
Ihr Stand zueinander und zu Satzzeichen ist harmonisiert.
Gleichhohe Tabellenziffern
Proportionale mediaevale Ziffern
Ihr Stand zueinander und zu Satzzeichen ist harmonisiert.
Mediaevale Tabellenziffern

Brüche
Durch Schrägstrich getrennte Ziffern werden automatisch durch echte Brüche ersetzt. In Kombination mit ganzen Zahlen wird ein reduzierter Leerraum eingefügt. Zähler und Nenner können auch separat über die entsprechenden Features angewählt werden.


Hochgestellte Ziffern
Reguläre Ziffern werden durch hochgestellte Ziffern ersetzt.


Tiefgestellte Ziffern
Reguläre Ziffern werden durch tiefgestellte Ziffern ersetzt.


Sprachspezifische Features
Automatische Verwendung typografisch korrekter Zeichen. Im Rumänischen wird beispielsweise Cedilla mit Kommaakzent ersetzt. Im Türkischen wird bei der Umwandlung in Kapitälchen das i mit einen Punkt versehen.


Typografische Layout Features können entweder über die Opentype-Palette (Illustrator) oder die Zeichen-Palette (Indesign und QuarkXpress) ausgewählt werden. Alle möglichen Zeichen sind über die Glyphen-Palette erreichbar.